Legasthenie erkennen - Typische Anzeichen beim Lesen und Schreiben
Manche Kinder und Jugendliche haben trotz Üben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Wenn bestimmte Anzeichen auftreten, lohnt es sich genauer hinzusehen. Je früher Eltern die individuellen Herausforderungen verstehen, desto besser können passende Unterstützung und Förderung gefunden werden.
Woran können Eltern Legasthenie erkennen?
Nicht jedes Kind, das Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat, hat automatisch eine Legasthenie. Manche Kinder benötigen einfach mehr Zeit, andere brauchen eine gezielte Unterstützung, die zu ihren individuellen Lernvoraussetzungen passt.
Typische Anzeichen können Eltern helfen, genauer hinzuschauen und besser einzuschätzen, ob eine weitere Abklärung sinnvoll sein könnte. Die folgende Übersicht zeigt häufige Merkmale, die beim Lesen und Schreiben auftreten können.
Typische Anzeichen einer Legasthenie beim Lesen und Schreiben
Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, typische Auffälligkeiten beim Lesen und Schreiben besser einzuordnen und erste Hinweise zu erkennen. Sie ersetzt keine pädagogische Einschätzung, kann Ihnen aber eine wertvolle Orientierung geben.
Wenn mehr als sieben der genannten Anzeichen auf Ihr Kind zutreffen, kann es sinnvoll sein, die Situation genauer anzusehen und sich fachlich beraten zu lassen.
Ihre Legasthenie Checkliste
- Schwierigkeiten bei Reihenfolgen (zB. Alphabet)
- Probleme beim Erlernen von Fremdsprachen: Legasthenie bedeutet, dass man Schwierigkeiten mit SCHRIFTZEICHEN (zB. BUCHSTABEN) hat, unabhängig von der Sprache!
- Weglassen von Buchstaben – va. am Wortende (zB. „Banan“ statt „Banane“) oder ganzen Silben (zB. „Bane“ statt „Banane“)
- Probleme mit der Rechtschreibung, dh. beim Schreiben von WÖRTERN (zB. kurze Vokale / Schärfungen – „Fluß“ statt „Fluss“; lange Vokale bzw. Zwielaute / Dehnungen – „Fuss“ statt „Fuß“, „giessen“ statt „gießen“; Großschreibung / Kleinschreibung; Zusammengesetzte Namenwörter)
- Hinzufügen von Buchstaben (zB. „Bbanane“ statt „Banane“) oder ganzen Silben (zB. „Bananene“ statt „Banane“)
- Schwierigkeiten mit der Grammatik, dh. beim Schreiben von SÄTZEN (zB. 4 Fälle, Wortarten, Zeitformen, das / dass - Schreibung, Satzbau)
- Vertauschen der Reihenfolge von Buchstaben (zB. „Bnaane“ statt „Banane“) oder ganzen Silben (zB. „Banena“ statt „Banane“)
- Langsames / fehlerhaftes Abschreiben (zB. aus dem Schulbuch, von der Tafel)
- Probleme beim Leseverständnis (und anschließende Schwierigkeiten beim Verstehen von Textaufgaben im Mathematik-Unterricht, obwohl die 4 Grundrechnungsarten grundsätzlich fehlerfrei beherrscht werden)
- Verwechseln ähnlich aussehender Buchstaben (zB. b / d)
- Schwierigkeiten bei der Zeichensetzung (zB. Satzzeichen am Satzende, Beistriche, wörtliche / direkte Rede)
- Leseunlust bzw. Angst, (vor der ganzen Klasse) laut vorlesen zu müssen
- Verkrampfte / falsche Stifthaltung (kein Pinzettengriff), schwer lesbare Handschrift, Schreiben über den (Korrektur-) Rand hinaus
Nicht jede Leseschwierigkeit ist eine Legasthenie
Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben können viele verschiedene Ursachen haben. Manche Kinder brauchen einfach mehr Zeit zum Lernen, andere benötigen eine gezielte Unterstützung, die zu ihren individuellen Lernvoraussetzungen passt.
Eine genaue professionelle Einschätzung hilft dabei herauszufinden, welche Unterstützung für Ihr Kind sinnvoll ist und welche nächsten Schritte passend sind.
Was können Eltern tun, wenn sie Anzeichen erkennen?
Wenn Sie mehrere der genannten Symptome bei Ihrem Kind beobachten, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen. Eine gezielte Abklärung hilft dabei, die individuellen Herausforderungen Ihres Kindes besser zu verstehen und passende Unterstützung zu finden.
Mit einem Legasthenie Test erhalten Sie mehr Klarheit darüber, wie Ihr Kind beim Lesen und Schreiben unterstützt werden kann.
Häufige Fragen zu Legasthenie erkennen
Legasthenie kann sich bereits in den ersten Schuljahren zeigen, wenn Kinder Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben entwickeln Erste Hinweise können aber auch schon vor dem Schuleintritt auffallen, zum Beispiel beim Umgang mit Sprache, Lauten und Reimen.
Wichtig ist, jedes Kind individuell zu betrachten, da die Entwicklung beim Lesen und Schreiben unterschiedlich verläuft.
Erste Anzeichen können sich unterschiedlich zeigen. Manche Kinder haben Schwierigkeiten beim Lesen, andere beim Schreiben oder in beiden Bereichen.
Typische Hinweise können zum Beispiel Unsicherheiten bei Buchstaben, Lauten, der Rechtschreibung oder beim Lesen von Texten sein. Wichtig ist, nicht einzelne Fehler isoliert zu betrachten, sondern die Entwicklung des Kindes insgesamt zu sehen.
Ja. Kinder mit Legasthenie können ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und lernen, besser mit ihren Herausforderungen umzugehen.
Mit passenden Lernstrategien, regelmäßiger Unterstützung und einer Förderung, die an die individuellen Bedürfnisse angepasst ist, können Kinder mehr Sicherheit beim Lesen und Schreiben gewinnen.
Kinder profitieren von einer Unterstützung, die zu ihren individuellen Bedürfnissen passt. Dabei geht es nicht nur darum, mehr zu üben, sondern gezielt an den Bereichen zu arbeiten, die für das Kind wichtig sind.
Eine passende Förderung berücksichtigt sowohl die Herausforderungen als auch die Stärken des Kindes.